Portrait ist ganz genaues Hinschauen, intensives Beobachten, klares Sehen. Als Bildhauer bin ich bestrebt, das Gesehene und dann als relevant Erkannte, in die lehmige Modelliermasse einzuarbeiten. Dabei können sich schon kleinste Änderungen an der Masse aus Ton oder Gips massiv auswirken. Porträtieren von Angesicht zu Angesicht ist Interaktion zwischen Künstler und Modell - in ganz klassischer Art und Weise. Das Beobachten und das Beobachtet werden löst Emotionen aus. Auf beiden Seiten. Gespräche entwickeln sich. Mal zaghaft und zunächst bemüht, mal spontan und offen. Nach einer Weile ist es immer sehr anregend geworden, ein schönes gegenseitiges Kennenlernen.
Am Ende ist im besten Falle eine Arbeit entstanden, die über das reine Abbild eines Menschen hinaus etwas von dessen Persönlichkeit in sich birgt.